Rosenkohl? Ja bitte!

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Rosenkohl? Ja bitte!

Kaum ein Gemüse scheidet die Geister so sehr wie der Rosenkohl: Für die einen ist er bitter, für die anderen ein Genuss. Mit ein paar Tipps und kreativen Zubereitungsideen lassen sich auch Rosenkohlmuffel von den grünen Knospen begeistern.

Die kleinen Kohlköpfe erinnern an Blütenknospen, die aus dem hochtreibenden Stängel der Rosenkohlpflanze treiben. Deshalb ist der Rosenkohl in einigen Regionen auch als „Brüsseler Sprosse“ bekannt, im englischen nennt man ihn „Brussel Sprouts“. Die Amerikaner haben dem feinherben Kohl sogar einen eigenen Thementag gewidmet: Den „Eat Brussel Sprouts Day“ am 31. Januar. Für Skeptiker ein guter Anlass, dem Mini-Kohl eine Chance zu geben. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

Gut fürs Klima
Von Oktober bis Februar wird in Deutschland frischer Rosenkohl geerntet. Frostbeulen kennen die kleinen Kohlköpfe nicht – sie fühlen sich bei Temperaturen bis zu -10°C wohl. Gerade in den Wintermonaten ist das Angebot an regional geerntetem Gemüse geringer. Regio-Fans schätzen den frischen Winterkohl deshalb besonders. Durch kürzere Transportwege hat der Rosenkohl einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck als beispielsweise Tomaten, die in den Wintermonaten aus dem Süden zu uns kommen. Wer regionale Produkte aus der Saison isst, wie den Rosenkohl, tut damit auch der Umwelt etwas Gutes.

Je später desto süßer
Für viele Rosenkohl-Muffel ist der herbe Geschmack der niedlichen Kohlköpfe das KO-Kriterium schlechthin. Doch dagegen gibt es einen einfachen Trick: Wer Rosenkohl selbst im Garten anbaut, sollte auf die Eigenschaften der Sorte achten. Viele Sorten besser erst ernten, wenn über eine längere Periode kühle Temperaturen geherrscht haben. Durch die Kälte reichert sich Traubenzucker in den Pflanzen an, der Geschmack verbessert sich. Andere Sorten, die auch in der professionellen Landwirtschaft verwendet werden, brauchen diese Kälteperiode nicht unbedingt.

Kleine Geschmacksexplosion
Rosenkohl lässt sich in der Küche ganz flexibel einsetzen. Wer frischen Rosenkohl kauft, sollte darauf achten, dass die Blätter des Mini-Kohls geschlossen sind. Die Schnittflächen sollten frisch aussehen und nicht bräunlich. In der Küche ein kleines Stück des Stilansatzes abschneiden und eventuell welke Blätter entfernen. Sind besonders große Röschen dabei, den Strunk kreuzweise einschneiden. So garen kleine und größere Kohlköpfe gleichmäßig. Und: Viele kennen Rosenkohl vor allem weichgekocht und fade im Geschmack. In der Pfanne oder im Ofen „aldente“ gegart und mit leckeren Gewürzen verfeinert, schmeckt der Rosenkohl richtig lecker.

Rosenkohl lässt sich in der Küche in unterschiedlichen Kombinationen sehr vielseitig einsetzen. Zum Beispiel…

… für Experimentierfreudige: 500 g geputzten Rosenkohl in Scheiben schneiden (0,5 cm). Mit 2 EL Öl anbraten. Nach 3 Minuten mit etwas Salz würzen und mit 2 TL Orangencurry mild oder Orangencurry scharf bestäuben und weitere 7 Minuten braten.

…für regionale Gourmets: Die Blätter von 500 g geputztem Rosenkohl vorsichtig lösen. Etwa eine Minute mit kochendem Salzwasser blanchieren und mit kaltem Wasser abschrecken. In einer Pfanne 2 EL gemahlene Haselnüsse rösten. 2 EL Butter und 1 EL Kräuterzucker No. 1 dazugeben und die Nüsse karamellisieren. Mit 0,5 l Gemüsebrühe ablöschen und die Rosenkohlblätter dazugeben. Einige Minuten köcheln lassen, bis der Kohl gar ist.

…für den empfindlicheren Magen: 500 g geputzten Rosenkohl halbieren. 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und den Kohl dazugeben. Mit 0,5 TL Kreuzkümmel und etwas Wilde 13 und Wildkräuterpfeffer würzen und 10 bis 12 Minuten garen. Kreuzkümmel macht den ballaststoffreichen Kohl besser verträglich.

Gegen schwere Verdaulichkeit ist aber mehr als ein Kraut gewachsen. Nicht nur Kreuzkümmel sorgt dafür, dass Kohlgemüse besser vertragen wird. Auch Fenchel, Anis und Kümmel helfen gegen Blähungen. Wer diese Gewürze nicht im Essen mag, kann sich daraus auch einen Kräutertee brühen.

Echtes Superfood
Nicht nur in Puncto Nachhaltigkeit und Geschmack überzeugt der Mini-Kohl. Er ist auch ein echtes Superfood: Rosenkohl enthält zum Beispiel pro 100 g mehr als doppelt so viel Vitamin C wie eine Zitrone, aber auch die Vitamine B3 und E. Auch viele Spurenelemente stecken im Rosenkohl, zum Beispiel Kalium, das unter anderem für die Weiterleitung von Nervenimpulsen zuständig ist.

Egal ob am „Eat Brussel Sprouts Day“ oder einem anderen Tag. Wer um den Rosenkohl bislang lieber einen Bogen macht, hat noch bis Februar die Chance, sich von den kleinen Röschen überzeugen zu lassen. Wir empfehlen: Mut zum Kohldampf!

Cooler kleiner Bruder
Seit einigen Jahren erobert eine neue Kreuzung die Küchen von Kohlfreund*innen: Die Flower-Sprouts. Das Trendgemüse ist eine Kombination aus Grün- und Rosenkohl. Genau wie beim Rosenkohl wachsen an Stängeln kleine Röschen heran – jedoch keine Kohlköpfe sondern vielmehr lockere, blütenartige Rosen.

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